Sicherheit, Werkzeug

Wann lohnt sich ein Holzspalter?

„Wenn am Besen ein Motor wäre, würdet Ihr gerne kehren.“ Eine Vorhersage meiner Urgroßmutter, deren Erfüllung mit Kehrmaschinen schon lange Geschichte ist. Warum Holz spalten mit Motor? Ab welcher Menge pro Jahr lohnt sich das? Diese Frage wird sicher ganz unterschiedlich und individuell beantwortet. Der gewerbliche Brennholzhändler, der mit einem Spaltautomat tausende Festmeter im Jahr verarbeitet, nimmt natürlich keine Axt mehr zum Spalten in die Hand. Der geschätzte Jahresverbrauch eines durchschnittlichen Vierpersonenhaushalts von ca. 10 Festmetern dürfte von Hand mit der Axt etwa an 4-5 Arbeitstagen komplett gespalten werden können. Das hat dann auch einen nicht zu verachtenden Trainingseffekt! Die gleiche Menge ist mit einem Holzspalter an einem Tag machbar, und es ist weniger Kraft nötig. Ein weiterer Effekt: Die Verletzungsgefahr mit einem Holzspalter ist tatsächlich wesentlich geringer als mit der Axt, das belegen entsprechende Studien der Berufsgenossenschaften. Fragen Sie sich also: Wie oft fällt die Arbeit an, welche Menge muss jeweils gespalten werden, und gibt es gesundheitliche Gründe, die für eine Arbeitserleichterung sprechen? Kaufen Sie einen Holzspalter besser auch, bevor der Rücken kaputt ist!

Die Qual der Wahl

Ob Spalter für Kurzholz oder Meterstücke, stehend, liegend, automatisch, hydraulisch, kraftstoffbetrieben oder elektrisch: Die Auswahl an Geräten ist riesig, ebenso die Preisspanne. Professionelle Geräte beginnen ca. bei 1.500,- €, im Baumarktsortiment finden Sie bereits Spalter für den Hobbybereich für wenige hundert Euro. Einen Vergleich von verschiedenen Holzspaltern sehen Sie bei Youtube. Auch wenn der Test ein paar Jahre her ist, so zeigt er doch gut die verschiedenen Hersteller und Punkte, auf die Sie bei der Auswahl und beim Kauf achten sollten und die wir hier beleuchten.

Wo spalten Sie?

Die grundlegende Frage dürfte sein, wo Sie den Holzspalter nutzen wollen: Im Wald, um direkt dort das Holz zu verarbeiten, oder zu Hause? Für den mobilen Einsatz eignen sich Geräte, die hydraulisch oder per Zapfwelle von einer Zugmaschine betrieben werden (die dafür auch zur Verfügung stehen muss und die auch nicht gleichzeitig für den Brennholztransport genutzt werden kann). Außerdem gibt es kraftstoffbetriebene Spalter, die pro Stunde zwischen 1,5 und 3 Liter Kraftstoff verbrauchen. Mit den elektrisch betriebenen Geräten - egal, ob mit Drehstrom oder Netzspannung - sind Sie auf die entsprechende Stromversorgung angewiesen. Natürlich könnten diese per Stromaggregat auch im Wald betrieben werden. Praktikabel ist das am ehesten noch für Geräte mit Netzspannung bis 3,5 KW Leistungsaufname, da Stromerzeuger für Drehstrom mit einer höhere Leistung bis 12 KW entsprechend teuer und schwer sind.


  • Entscheiden Sie sich zwischen einem autarken System (Zapfwelle/Hydraulik oder Kraftstoff) und einem elektrisch betriebenen Spalter!

Darf's ein bisschen mehr sein?

Während man beim Metzger gerne mit "Ja!" antwortet, sollten Sie beim Holzspalter doch etwas genauer darüber nachdenken, wenn es um die Spaltkraft geht. Die Hersteller geben diese in Tonnen an. Denn: Mehr Spaltkraft heißt mehr Leistungsaufnahme und damit massivere, schwerere, aufwändigere Konstruktion. Das erhöht letztendlich die Kosten bei der Anschaffung und für den Betrieb sowie die Wartung. Für Holz bis 40 cm Länge genügt ein Gerät mit 4 bis 6 Tonnen Spaltkraft. Auch die Holzart spielt eine Rolle: frisches, astarmes Nadelholz lässt sich wesentlich leichter spalten als älteres, verastetes und ggf. verdrehtes, hartes Laubholz wie im Extremfall Platane oder auch Weide. Bereits Buchen in Randlagen, sogenannte Traufbäume, können durch Drehwuchs ein spalttechnischer Alptraum sein. Wenn davon Meterstücke verarbeitet werden sollen, kann auch ein Gerät mit 12 Tonnen Spaltkraft an seine Grenzen kommen.


  • Wie lang ist das Holz, das sie spalten möchten? Bis 40 cm genügen 4-6 t Spaltdruck, bis 100 cm 6-12 t Spaltdruck.
  • Welche Holzart spalten Sie? Bei Nadelholz können Sie sich jeweils an den unteren Grenzen orientieren, für (verdrehtes) Laubholz an den oberen Grenzen.

Ein Wort zur Bauform

liegende Spalter, bei denen das Spaltgut auf einem waagerechten Spaltkanal liegt, sind in der Konstruktion meist einfacher und leichter und damit kostengünstiger möglich, werden aber eher für schwächere Spaltkräfte konzipiert. Sie benötigen eventuell ein passendes Untergestell, um die ergonomisch passende Arbeitshöhe zu erreichen. Größere bzw. schwerere Holzstücke haben dann im Handling entsprechend mehr Kraft beim Hinaufheben auf den Spalter. Bei stehenden Spaltern kann das Spaltgut zum Spaltkeil optimal ausgerichtet werden; bei Verwendung eines Spaltkreuzes ist das ein wichtiger Punkt (siehe nächster Absatz).


  • Stehend oder liegend? Liegende Spalter sind eher für niedrigere Spaltkräfte und damit eher für kürzeres Spaltgut bis 40 cm ausgerichtet.

Mit einem Spaltkreuz geht es doppelt so schnell - meistens!

 Das Spaltkreuz wird auf den Spaltkeil des Holzspalters aufgesteckt und fixiert. So spalten Sie in einem Arbeitsschritt nicht in 2 Hälften, sondern gleich in Viertel - also doppelt so schnell und damit effizienter. Es sind auch Spaltkreuze auf dem Markt, die das Spaltgut gleich in 6 oder mehr Teile spalten. Was bei Nadelholz wunderbar funktioniert, kann allerdings auch zu Verwünschungen führen: Wenn der Spalter nicht über die nötige Kraft verfügt, um verdrehtes Laubholz gleich zu vierteln, wird aus Lust schnell Frust. Aus diesem Grund sind Spaltkreuze eher bei Spaltern für Ofenlänge bis 40 cm genutzt. Sollten Sie also mit einem Spaltkreuz ihre Arbeitsgeschwindigkeit erhöhen wollen, muss die Spaltkraft dafür vorhanden sein. Achten Sie auch darauf, dass für Ihr Wunschmodell entweder direkt ein Spaltkreuz mitgeliefert wird, oder im Zubehörhandel verfügbar ist, weil Spaltkreuze individuell für den jeweiligen Holzspalter konstruiert werden.


  • Ein Spaltkreuz verdoppelt die Arbeitsgeschwindigkeit, benötigt aber mehr Spaltdruck.

Sicherheit: richtige Schutzkleidung verwenden

Die Berufsgenossenschaften bestätigen, dass Holzspalter mit dem "GS Siegel" für geprüfte Sicherheit auch wirklich sicher sind. Trotzdem lauern beim Holzspalter, wie bei jedem Gerät, Gefahren. Achten Sie deshalb darauf, dass die Sicherheitseinrichtungen nicht deaktiviert oder überbrückt sind, insbesondere die Zweihandbedienung. Diese verhindert, dass Sie mit der Hand in den Arbeitsbereich des Spalters geraten und sich schwere Verletzungen zuziehen. Tragen Sie neben Sicherheitsschuhen auch einen Gehörschutz und Schutzhandschuhe! Die Kleidung und Handschuhe sollten eng anliegen, damit Sie damit nirgendwo hängen bleiben. Im Blogpost zu Unfallrisiken beim Aufarbeiten von Brennholz haben wir weitere Informationen dazu zusammengestellt.

Fazit

Den einen, "besten" Holzspalter gibt es nicht, da die Anforderungen und Einsatzbereiche zu unterschiedlich sind. Mit unserer Checkliste können Sie die für Sie wichtigen Punkte übersichtlich zusammenfassen und Ihren individuellen Bedarf ermitteln. Dazu noch drei Tipps:

  • Im Sommer sind die Preise für Holzspalter oft niedriger.
  • Testen Sie selbst und leihen sich das Wunschgerät nach Möglichkeit zuerst im Baumaschinenverleih aus.
  • Hersteller, die eine über die gesetzliche Gewährleistung hinausgehende Garantie gewähren, sind von ihrem Produkt überzeugt. Solche Maschinen arbeiten meist über viele Jahre hinweg störungsfrei und machen Spaß.

Viel Erfolg mit dem neuen Spalthelfer! 

Jetzt die Checkliste herunterladen (PDF, 151 KB)


Fotos von unsplash und pixabay, Screenshots von Youtube und paldo.com

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