Sicherheit

Unfallrisiken beim Aufarbeiten von Brennholz

Sicherheit geht vor - das gilt in vielen Lebenslagen, aber bei wenigen sind die Folgen der Missachtung von Sicherheitsvorschriften so verheerend wie beim Aufarbeiten von Brennholz. Da zählt ein gequetschter Finger schon zu den “leichteren” Verletzungen. Im Jahr 2014 wurden der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) 5.700 Arbeitsunfälle bei Arbeiten im Wald und bei der Brennholzerzeugung gemeldet - 31 der Unfälle endeten tödlich. Die meisten Unfälle geschehen beim Aufarbeiten von Holz. Obwohl die Statistik schon etwas in die Jahre gekommen ist, das Thema Sicherheit ist hochaktuell - vor allem wo momentan durch Sturm- und Käferschäden viel Schadholz angefallen ist. 

Wir haben die häufigsten Unfälle beim Aufarbeiten, Spalten und Sägen von Brennholz unter die Lupe genommen und geben Tipps, wie sie verhindert werden können.

Entasten und Trennschnitte

Unfallrisiko: Spannung auf Ästen

Beim Aufarbeiten von Brennholz erhöht sich das Risiko durch Spannung auf Ästen und Stämmen. Die durch Spannung mit Druck beladenen Äste und Stämme sind auf den ersten Blick oft als solche nicht zu erkennen. Doch sobald sie angesägt werden, können sie ausschlagen und schlimme Verletzungen verursachen. Bevor man mit der Säge ansetzt sollte man daher vorher abschätzen wo sich Druck- und Zugzonen befinden. Dann sollte ein sicherer Standort eingenommen und die korrekte Sägetechnik verwendet werden.

Unfallsrisiko: “Kick-back”

Auf die Gefahr des Rückschlags (“Kick-back”) beim sägen sei auch hingewiesen. Wenn man mit der Schwertspitze der Motorsäge gegen den Holzstamm gerät, schlägt die Säge ruckartig nach oben und es kommt zum sogenannten “Kick-back”. Entscheidend ist es die Säge richtig anzusetzen. 

Sägt man mit der Schwertspitze kann es zum "Kick-back" kommen (Abb. Suva (2013): "Profi im eigenen Wald")

Die Motorsäge ist wohl das gefährlichste Arbeitsgerät und es gibt entsprechend viel beim Umgang mit dem Gerät zu beachten. Daher wird von vielen Forstbetrieben ein Motorsägenschein für das Aufarbeiten von Brennholz verlangt. Auch wenn dieser nicht verpflichtend ist, lohnt es sich einen Motorsägenlehrgang zu besuchen - die SVLFG bietet diese in ganz Deutschland an.

Spalten

Unfallrisiko: Eingeklemmte oder abgequetschte Finger und Hände 

Grund dafür ist, dass bei vielen Spaltmaschinen zwischen Spaltkeil und Holz gegriffen werden kann. Bei der Sicherheit kommt es beim Spalten also in erster Linie auf die richtige Maschine an. Sichere Spaltmaschinen bannen schon in ihrer Konstruktion die Einklemmgefahr für Hände und Füsse. So sollte man einen Spaltvorgang nur auslösen können, wenn beide Hände die Bedienungshebel betätigen. Damit nicht die Hände einer weiteren Person in Gefahr sind, ist eine Spaltmaschine unbedingt nur von einer Person zu bedienen.

Sägen

Unfallrisiko: abgesägte und gequetschte Finger

Auch beim Sägen ist die richtige Maschine die halbe Miete was die Sicherheit anbelangt. Nicht zu empfehlen sind Sägen, wo in den Bereich des Sägeblatts gegriffen werden kann, zum Beispiel Kreissägen. Besser geeignet sind Wippkreissägen - denn diese haben in der Regel eine sichere Zuführeinrichtung, eine fest montierte Schutzhaube sowie ein verdecktes Sägeblatt. 


Wippkreissägen haben eine Zuführeinrichtung und machen das Sägen sicherer (Abb. Suva (2013): "Profi im eigenen Wald")

Es lohnt sich von technischen Neuentwicklungen Gebrauch zu machen, die die Arbeit mit Brennholz leichter, sicherer und effektiver machen. In Unkosten muss man sich deshalb nicht stürzen - oft kann man die Maschinen auch bei örtlichen Forstbetriebsgemeinschaften, Maschinenringen und Betriebshilfsdiensten mieten.

Sicherheit beginnt bei der Ausrüstung

Bei aller Vorsicht bei der Aufarbeitung, die Sicherheit beginnt bei der eigenen Ausrüstung. Profis arbeiten nicht ohne Gesichtsschutz und Helm - schnittfeste Schuhe und Arbeitshandschuhe sowie Schutzkleidung gehören auch zur Grundausstattung dazu. An der Ausrüstung sollte man nicht sparen, denn sie verhindert Verletzungen, die bei kleinen Unachtsamkeiten leicht passieren können - auch wenn man sich an die Sicherheitsvorschriften hält.

Fazit: Eine gute Ausrüstung, die richtige Technik und Praxiserfahrung im Umgang mit der Motorsäge sind das A und O

Die Voraussetzung für die Arbeit mit Holzspalter, Motor- oder Wippkreissäge & Co ist eine gute Ausrüstung. Es empfiehlt sich das Sägen und Spalten auf dem neuesten Stand der Technik durchzuführen - denn die Maschinen machen die Arbeit nicht nur leichter, sondern auch sicherer. In der Theorie sind Tipps im Umgang mit der Motorsäge nachvollziehbar - unerlässlich ist aber auch diese Tipps in der Praxis anzuwenden und in einem Lehrgang den Umgang mit der Motorsäge zu üben.


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