Schädlinge

Kleine Käfer, große Sorgen - der Borkenkäfer

Dürre, Sturm, Borkenkäfer - im Jahr 2018 musste der Wald so einiges aushalten. Eine große Bedrohung für den Wald sind auch dieses Jahr die kleinen Krabbeltiere. "Die Insekten haben sich aufgrund der trockenen und warmen Witterungsverhältnisse besonders gut vermehrt" teilte das Julius-Kühn-Institut (JKI) mit. Die Schäden, die sie hinterlassen sind erheblich - das JKI geht 2018 nach einer Hochrechnung von 11 Millionen Festmeter “Käferholz” in Deutschland aus.


Leibspeise von Buchdrucker und Kupferstecher sind Fichten

120 Sorten Borkenkäfer gibt es in Deutschland, darunter sind es besonders die rindenbrütenden Sorten Buchdrucker und Kupsterstecher, die Waldbesitzern Kopfschmerzen bereiten. Vor allem Fichten haben es ihnen angetan - der Borkenkäfer gräbt sich unter die Rinde der Fichte und legt dort seine Eier. Die Larven essen wichtige Stammschichten und unterbrechen somit die Nährstoffversorgung des Baumes. Der Baum verhungert und stirbt ab, die Nadeln des immergrünen Baumes rieseln zu Boden und der Borkenkäfer wendet sich seinem nächsten Opfer in der Umgebung zu. So sehen wir im Wald rotbraun gefärbte Baumgruppen, denen die Nadeln fehlen.

Ideale Brutbedingungen

Die warmen Temperaturen wie wir sie im im letzten Jahr erlebt haben, sind ideale Bedingungen für den Borkenkäfer. Die Entwicklung vom Ei bis zum Jungkäfer hat sich aufgrund des Wetters von acht (in normalen Jahren) auf fünf Wochen verkürzt. Ein Weibchen des Buchdruckers legt im Verlauf einer Vegetationsperiode 100-150 Eier ab und kann bei guten Brutbedingungen mit Kind- und Kindeskindern mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen. Um das ins Verhältnis zu setzen: 200 Käfer genügen um einen Baum zu töten.


Verzögerungen beim Laubholz-Einschlag

Ist ein Baum befallen, lautet die Devise für die Forstbetriebe schnell handeln und das befallene Holz aus dem Wald zu räumen. Nur so kann der Befall weiterer Fichten gestoppt werden. Da das viele Kapazitäten bindet, stecken viele Forstbetriebe beim Laubholz-Einschlag zurück. Aus diesem Grund hat sich dieses Jahr die Brennholz-Saison etwas nach hinten verlagert.


Hoffen auf schmuddeliges, feuchtes Wetter

Vom Wetter in den nächsten Wochen hängt ab, wie schlimm der Befall in diesem Jahr wird. Millionen von Käfern haben im Boden oder unter den Rinden der Fichten überwintert. Michael Blaschke, Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz NRW sagte der DPA “Wenn das Wetter in den nächsten Wochen schmuddelig wird - knapp unter zehn Grad und feucht - sind das ideale Bedingungen für Pilze. Die würden dann die Käfer befallen und abtöten."


Verlängerte Lagerzeit tötet Borkenkäfer im Brennholz ab

Bei so vielen Käfern im Wald kann es durchaus passieren, dass der Borkenkäfer auch im Brennholz lauert. Durch fachgerechte Lagerung kann man verhindern, dass die Käfer nicht nur den Wald, sondern auch noch das Wohnzimmer befallen. Entscheidend dabei ist, dass das Brennholz vor Regen geschützt und luftig gelagert wird - am besten über zwei Sommer. Durch ihre kurzen Entwicklungszeiten vom Ei bis zum Insekt sind Borkenkäfer dann kaum noch vorzufinden. So bleibt zumindest die Wohnung dieses Jahr von den Borkenkäfer verschont!


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