Heizen, Kaminofen, Lagerung

Ofen anzünden: Ist "Österreichisch" besser?

Jeder kennt die Variante, ein Feuer wie vom Vater gelernt anzuzünden: Zeitung zerknüllen, kleines Anzündholz darauf, mit größeren Scheiten darüber den Brennstapel aufbauen, anzünden, fertig. So die Theorie, praktisch gibt es mit dieser Technik allerdings immer wieder Probleme mit viel Rauch, schlechtem Zug und langsamem Anzündverhalten, so dass man lange beschäftig ist, bis das Feuer endlich brennt.

Anzünden von oben

Besser soll die sogenannte "Österreichische Anzündtechnik", das Anzünden von oben, funktionieren. Da die Flammen oben brennen, werden entstehender Rauch und Brandgase von Anfang an durch die Flammen geführt und wesentlich gründlicher verbrannt. Die Folge sind weniger Schadstoffe wie Kohlenmonoxid und Feinstaub beim Abbrand, was durch umfangreiche Messungen bestätigt wurde.

Weniger Umweltbelastung, Staub und Ruß

  • Rauch und Feinstaub werden reduziert
  • Brandgase oxidieren nahezu vollständig, insbesondere Kohlenmonoxid ist deutlich weniger vorhanden
  • Weniger Ruß, also unverbrannter Kohlenstoff, der sich auf Glasscheiben und im Schornstein ablagert und dort zu gefährlichem Glanzruß führt. Dieser Glanzruß brennt beim gefährlichen Kaminbrand ab.

So geht’s:

  1. Die Holzscheite werden in den Brennraum mit ausreichendem Abstand gestapelt. Dabei beginnt man mit den dickeren Scheiten unten.
  2. Weitere Scheite werden jeweils kreuzweise auf den Stapel gelegt.
  3. Das Anfeuerholz kommt ganz oben auf den Stapel, dazu eine Anzündhilfe wie beispielsweise wachsgetränkte Holzwolle.
  4. Sorgen Sie für eine gute Luftzufuhr und entzünden die Anzündhilfe. Lassen Sie die Luftzufuhr während des Abbrandes geöffnet. Erst nachlegen, wenn keine Flammen mehr auf der Glut zu sehen sind.

So einfach geht's: Video auf Youtube.

Die Wissenschaft dahinter: Chemie und Physik

Für ein Feuer braucht es Brennstoff, Sauerstoff und die passende Zündtemperatur. Nicht nur Feuerwehrleute kennen dazu nebenstehendes Verbrennungsdreieck, dass die Bedingungen zeigt, die räumlich und zeitlich zusammentreffen müssen, damit ein Feuer entstehen kann. Um es aufrechtzuerhalten, muss weiter Brennstoff zur Verfügung stehen und neuer Sauerstoff dazukommen, im Kaminofen beispielsweise durch Luftzufuhr. Was sich banal anhört, erklärt Probleme, die im Kaminofen auftreten können. Wer oft stark verrußte Ofenscheiben feststellt, sollte seine Luftzufuhr checken und ggf. reinigen und freimachen. Wenn der Rauch nicht abziehen kann, kommt keine frische Luft mit Sauerstoff nach – der Kamin muss inspiziert bzw. gekehrt werden.

Bei Holz setzt die Zersetzung bereits über 100° C ein. In nassem Holz verdampft dann zunächst das Wasser und verhindert ein schnelles Entzünden des Holzes, dessen Flammpunkt etwa bei 230° C liegt. Ab dieser Temperatur bildet sich über dem Holz ein Gemisch aus Holzgasen und Luftsauerstoff, das mit einem Zündfunken entzündet werden kann. Interessant ist auch die Zündtemperatur von Holz. Bei dieser Temperatur entzündet sich ein Stoff selbst ohne Zündfunken – bei Holz liegt dieser Wert zwischen 280°C (Fichtenholz durch den hohen Harzanteil) und 340°C (Hartholz). So entzünden sich Holzscheite beim Nachlegen auf der glühenden Kohle.


Wichtig bei Brennholz ist, dass nur gut getrocknetes Material verbrannt wird mit einem Wassergehalt unter 20%. 5 Tipps zur Trocknung und Lagerung von Brennholz helfen dabei, optimal vorbereitet zu sein. Wer mit Weitsicht Brennholz macht, hat immer genügend trockenes zur Verfügung – jetzt online Polter aussuchen, kaufen und Vorrat auffüllen!


Screenshots von youtube, Bilder von unsplash und Wikipedia

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