Recht und Gesetze

Was darf ich aus dem Wald mitnehmen?

Der Frühling zieht in die Wälder ein und auf dem Waldboden breitet sich ein bunter Teppich aus Schlüsselblumen, Maiglöckchen und Veilchen aus. Auch Kräuter, Pilze und Beeren laden in den kommenden Monaten zum Pflücken ein. Dazu liegt nach den zahlreichen Stürmen auch noch eine Menge totes nicht entsorgtes Holz und abgebrochene Zweige herum, die den Brennholz-Vorrat gut aufstocken könnten. Doch was darf ich eigentlich mitnehmen und womit mache ich mich strafbar?

“Handstrauß-Regel” gilt für Blumen, Kräuter und Pflanzen

Grundsätzlich darf jeder - ohne Zustimmung des Grundeigentümers - Flächen in der freien Natur betreten. Blumen, Kräuter und Pflanzen dürfen auch mitgenommen werden - allerdings für den Eigengebrauch. Es gilt die im §39 Bundesnaturschutzgesetz beschriebene „Handstrauß-Regel“. Danach sollen Pflanzen nur in geringen Mengen für den persönlichen Gebrauch entnommen werden, grob wird meistens ein Kilo erlaubt. Maßlos bedienen darf man sich nicht und für das Entnehmen für den Verkauf braucht man eine Genehmigung. Nicht erlaubt ist das Pflücken in Naturschutzgebieten und das entnehmen von geschützten Blumen und Pflanzen (welche das sind erfahren Sie hier).

Mitnahme von forstlich angebauten Pflanzen verboten

Anders schaut es aus beim Holz. Die Handstraußregel gilt nämlich nicht für forstlich angebaute Pflanzen. Dazu gehören Bäume, Setzlinge, Schmuckreisig, Brennholz und sogar Steine. In Staatsforsten darf Leseholz (weniger als zehn Zentimeter Durchmesser) und Reisig, das am Boden liegt, für den Eigenbedarf gesammelt werden. Das hat historische Gründe - früher war das Einsammlen von Leseholz die wichtigste Möglichkeit für Bedürftige, Brennmaterial für den Winter zu beschaffen. Und auch im Wörterbuch der Gebrüder Grimm wird Leseholz als “dürres holz, das armen leuten aus den wäldern aufzulesen erlaubt ist “ beschrieben.

Ferdinand Georg Waldmüller: Reisigsammler im Wienerwald 


Holzsammelschein eine legale Alternative

Das Sammeln von herabgefallenem Holz, wie zum Beispiel Sturmholz, ist auch nicht erlaubt. Denn das Holz gehört dem dem Besitzer des Grundstücks auf dem der Baum gestanden hat. Eine Möglichkeit Holz legal zu sammeln ist mit einem Holzsammelschein, der in manchen Gemeinden oder Forstämtern beantragt werden kann. Bestimmungen und Preise für den Holzsammelschein variieren. In der Regel zahlt man für die Genehmigung €10 bis €20 sowie einen Preis pro Raummeter gesammeltem Holz. Der Schein erlaubt es in einem bestimmten Bezirk Holz zu sammeln. Anschließend wird es an der Forststaße gestapelt. Abgefahren werden darf das Holz erst nachdem ein Förster die Qualität begutachtet und den Polter vermessen hat um den Preis festzusetzen.

Fazit - Blumen und Kräuter ja, beim Holz gibt es viel zu beachten

Einen Waldblumenstrauß vom Sonntagsspaziergang mitzunehmen oder die Zutaten für den Pilzeintopf direkt aus der Natur zu beziehen ist unbedenklich. Beim Holzsammeln muss man aufpassen sich an die Gesetze zu halten. Der Holzsammelschein ermöglicht eigenständiges sammeln, allerdings ist das mit Aufwand verbunden. 

Wenn die Zeit knapp ist empfehlen wir einen virtuellen Waldspaziergang auf TimberTom. Da könnt ihr Euch Polter anschauen, den geeigneten auswählen und bequem vom Sofa aus kaufen. Da bleibt beim nächsten Waldspaziergang auch Zeit um jemanden eine Freude mit einem Waldblumenstrauß zu machen!

Habt Ihr Erfahrungen mit dem Holzsammelschein? Teilt Sie mit uns!

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